Kerwepredigt : Gartenschlauch an die Steckdose

03.10.2004 Kerwepredigt : Gartenschlauch an die Steckdose

Fahrenbach. (jün) Hochbetrieb herrschte am Wochenende wieder einmal in Fahrenbach. Zur Kerwe strömten die Besuchermassen in den Fürther Ortsteil, um bei den Rockabenden oder zum Umzug mit der anschließenden Kerwepredigt ein paar unterhaltsame Stunden zu verbringen. Der Tradition entsprechend traf sich am Freitagabend die Kerwejugend auf dem "Läigelbäig" zur Ausgrabung der Kerwe. Da die Fahrenbacher sehr pragmatisch sind, erfolgte die Zeremonie unter Zuhilfenahme eines Radladers. Als dann Kerwepfarrer Florian Koch den Kerweruf erschallen ließ, stimmten alle begeistert und lautstark mit ein. Für den gelungenen Kerweauftakt sorgte dann die Cover-Rockgruppe "Lanzer". Mit ihrer gelungenen Mischung aus aktuellen Hits aus den Charts, wobei der Schwerpunkt auf fetzigen Titeln aus dem Hardrockbereich lag, heizten sie den Fans in der voll besetzten Sporthalle kräftig ein. Während am Samstag überall in Fahrenbach an den Motivwagen und Kostümen für den Umzug gewerkelt wurde, brach am Nachmittag die Kerwejugend in die umliegenden Wälder zum "Bäigelchen holle" auf, damit sich der Fürther Ortsteil am Sonntag dann in einem schmucken Bild präsentieren konnte. Am Samstagabend gehörte die Bühne in der Sporthalle dann der Gruppe "Confect", die auch bei ihrem dritten Gastspiel in Fahrenbach den Besuchern einen unterhaltsamen Abend bereitete. Waren am Abend zuvor noch härtere Rhythmen angesagt, unternahmen die Musiker aus Unterfranken auch einmal einen Abstecher in den Bereich der Stimmungslieder und animierten bei Schlagern wie "Viva Colonia" oder dem "Holzmichel" zum Mitsingen. Nach dem Umzug ließen es sich dann Hunderte von Zuschauern nicht nehmen, auch noch der Predigt von Kerwepfarrer Florian Koch zu lauschen. Unterstützt von Mundschenk Torsten Neidig und der Musik der Kapelle "Les Figaros" wusste er von zahlreichen lustigen Verfehlungen seiner Fahrenbacher Mitbürger zu berichten. So erzählte er von einer Ortsbürgerin, die versuchte, mit "de Wasserpump de Strom aus de Steckdos zu ziehe". Für die Geburtstagsfeier fehlte noch eine Lichterkette. Als sie nach mehrmaligen Versuchen das Verlängerungskabel nicht in die Steckdose brachte, stellte sie fest, dass auf dem angeblichen Kabel "Gardenia" stand. "17 Amper unn zwotausend Volt wärn bei dere beinoh doisch de Garteschlauch gerollt", schmunzelte der Kerwepfarrer. Die Lacher auf seiner Seite hatte er auch mit der Geschichte der Fahrenbacherin, die vor lauter Sorge um das Aussehen ihres Autos die Hinterlassenschaft eines Vogels auf der Motorhaube so lange beseitigte, bis nicht nur der Dreck weg, sondern auch die Nobellackierung "verschunne" war. Die Lacher auf seiner Seite hatte er auch mit der Geschichte von einem jüngeren Ortsbürger, der schon mehrere Autos "zerlegt" hat. "Sou is des hoalt, woann mer zu lang in de arabische Wüste war, do kimmt mer mit denne Beem im Ourewald oafach ned klar", lautete das Fazit des Kerwepfarrers. Aber auch die Anekdoten über verschiedene Fahrenbacher, die bei verschiedenen Anlässen "Abstürze" erlebt hatten, sorgten für viele Lacher, zumal Koch sie mit bissigen Kommentaren würzte. Der donnernde Applaus war der verdiente Lohn für seine gelungene Kerwepredigt. Im Anschluss danach war für Stimmung in der Sporthalle gesorgt. Zunächst mit Guggemusik, anschließend mit den "Figaros" wurde der gelungene Tag bis in die frühen Abendstunden gebührend gefeiert. Auch heute ist noch einmal Stimmung in Fahrenbach angesagt. Um 10 Uhr öffnen sich die Pforten der Sporthalle zum Frühschoppen, der von den "Flamingos" musikalisch umrahmt wird. Zum Mittagessen servieren die Gastgeber vom Sportverein den Besuchern wieder die beliebten Haxen vom Schwenkgrill. Zum abschließenden Kerwetanz laden ab 20 Uhr dann wieder die "Flamingos" ein.