Kerwe Vor-Bericht (OZ)

05.10.2006 Kerwe Vor-Bericht (OZ)

Bericht der OZ von Heute (guter Bericht): Fahrenbach zwischen Kult und Ausnahmezustand Fahrenbach. (-) Eine der ältesten und vor allem traditionsreichsten Kerwen im Odenwald feiert Geburtstag. Am ersten Oktoberwochenende 1946 wurde im kleinen Dörfchen Fahrenbach die erste Kerwe nach dem Zweiten Weltkrieg gefeiert. Älteste Aufzeichnungen gehen sogar bis in die ersten Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. Dank des über Jahrzehnte aufrechterhaltenen Engagements der Kerwejugend und der gesamten Ortsbevölkerung, stellen die ersten Oktobertage seit nun 60 Jahren ununterbrochen den Mittelpunkt im dörflichen Geschehen dar. Mit Stolz darf erwähnt werden, dass sich die Schar um Kerweparre und Mundschenk in all den Jahren ausschließlich aus freien Helfern, ohne jegliche Vereinsbindung, zusammensetzte. Heute ist die "Fahmesche Kerwe" nicht nur zum größten Fest im Ort, sondern längst zum Kult geworden. Aus diesem Anlass lassen es sich die Fahrenbacher nicht nehmen, in den Tagen vom 6. bis 9. Oktober einmal mehr den "Ausnahmezustand" in ihrem Dorf auszurufen. Bei einem satten Programm aus Party, Tanz, Tradition und Humor möchte man mit vielen Gästen aus nah und fern über vier Tage ausgelassen feiern. Los geht"s in alt gewohnter Manier am Freitagabend gegen 19 Uhr, wenn die Kerwejugend um Kerweparre Torsten Neidig und Mundschenk Martin Arnold in Richtung "Läidelbäig" zieht, um die Kerwe auszugraben. Schon die Eröffnung der Jubiläumskerwe steht im Zeichen des Besonderen: Alle noch lebenden, ehemaligen Kerweparre werden dem Traditionsakt beiwohnen. Nach den ersten Schlückchen Kerwewoi setzt sich der Tross dann in Bewegung in Richtung SV-Halle zum großen Fassbieranstich. Partystimmung pur ist dann ab 21 Uhr angesagt, wenn es die aus Funk und Fernsehen bekannte Formation "Confect" so richtig fetzen lässt. Die aus dem fränkischen Raum stammenden Musiker stellten ihr Können bislang nicht nur in Fahrenbach, sondern bei zahlreichen Auftritten im In- und Ausland unter Beweis. Gemeinsame Gigs mit Musikgrößen wie zum Beispiel den Schürzenjägern waren in der Karriere der Band keine Seltenheit. Der Kerwesamstag (7. Oktober) ist in Fahrenbach stets von Planung und Vorbereitung für den am Sonntag folgenden Umzug geprägt. Während sich die Kerweboarschd beim traditionellen "Bäigelschenholle" im Wald das ein oder andere Bierchen gönnen, wird in den Fahrenbacher Höfen und Scheunen kräftig gehämmert, geschweißt und so manch verrückte Idee ausgeheckt. Bei rockigen Rhythmen der allseits bekannten Gruppe "Lanzer", die einst in Fahrenbach ihr Odenwälder Debüt gab, wird dann gegen 21 Uhr in der Sporthalle wieder ausgelassen gefeiert. Höhepunkt der Jubiläumskerwe wird selbstverständlich der Sonntag sein. Verbunden mit einem Fünkchen Nervosität werden in den Morgenstunden noch die letzen Vorbereitungen für den Umzug getroffen und etliche, ausgefallene Gefährte auf Hochglanz gebracht. Von Kind bis Greis sieht man alles in fröhlicher Kerwelaune durch die Straßen schwirren. Punkt 14 Uhr ist es dann so weit: Nach dem Startschuss setzt sich der Kerweumzug in Bewegung. An die 50 Zugnummern waren in den vergangenen Jahren gang und gäbe. Auch dieses Jahr wird sich die Kerweschar nicht lumpen lassen, und ihrem Publikum ein ausgefallenes, actiongeladenes Programm à la "Fahmesche Kerwe" bieten. An dieser Stelle möchte es die Kerwejugend nicht versäumen, sich nicht nur bei den Mitwirkenden, sondern auch bei den alljährlichen, zahlreichen Zaungästen für die Unterstützung zu bedanken. Im Anschluss an den Umzug wird der neue Kerweparre Torsten Neidig gemeinsam mit Mundschenk Martin Arnold über manchen peinlichen Fehltritt der Fahrenbacher Bürger berichten. Die diesjährige Besonderheit: Unterstützt wird der Kerweparre von all seinen Vorgängern der vergangen 60 Jahre. Sämtliche "Ehemaligen" können auf einem Gerüst vor der SV-Halle bestaunt werden. Im Anschluss darf in der Halle bei freiem Eintritt gefeiert und getanzt werden. Für Stimmung sorgt die Fürther Kultband "Les Figaros". Ein großer Frühschoppen ist am Montagvormittag angesagt. Bei zünftiger Musik von den "Flamingos" dürfen es sich die Gäste bei Schweinshaxen, Rippchen und Fassbier so richtig gutgehen lassen. Bereits mit einem kleinen Tropfen Wehmut geht es dann am Montagabend ein letztes Mal so richtig zur Sache. Zur Tanzmusik der "Flamingos" wird noch einmal ausgelassen geschwoft und gefeiert. In Anbetracht der Jubiläumskerwe haben die Organisatoren selbstverständlich auch in das Kerwemontagsprogramm einen weiteren Höhepunkt eingebaut: Noch einmal sind die ehemaligen Kerweoberhäupter gefragt. Mit Auszügen aus den Kerwepredigten der vergangenen Jahrzehnte werden sie ihrem Publikum mit Sicherheit eine Vielzahl herzlicher Lacher entlocken. Das endgültige Ende findet die "Fahmesche Kerwe" am Dienstag, wenn sich die Kerwejugend um 19 Uhr ein letztes Mal trifft, um die Kerwe auf dem "Läidelbäig" zu verbrennen. Mit dem Verglühen der letzten Asche kehrt dann in Fahrenbach wieder für ein Jahr Ruhe und Normalität ein.